Er hat wunderschöne Kinderbilder gemalt,
aber auch seinen erotischen Fantasien freien
Lauf gelassen – und ist inzwischen
angekommen in "seinem" Museum in
Straßburg: der Elsässer Tomi Ungerer. Die
hier abgebildete Zeichnung des humorvollen
und kritischen Künstlers und Autors
(entnommen der Frankfurter Allgemeinen
Zeitung) heißt „Hygiene“ und zeigt
Duschspaß der besonderen Art. Das Motiv
entstammt Ungerers Totentanz-
uschezeichnungen aus dem Umfeld des
Bilderbuches „Rigor Mortis“ (1983):
In einem Interview mit Werner Witt sagte
Ungerer: „Ich bin ein Moralist und
interessiere mich für das Gute und das
Böse. Mich interessiert aber noch viel mehr
dieses Niemandsland zwischen dem Guten
und dem Bösen. Ich finde, das Gute kann
viel vom Bösen lernen, und das Böse kann
auch viel vom Guten lernen. Man denkt
immer an die zwei Seiten einer Münze. Aber
genauso wichtig ist die Kante: Wenn das
Gute auf einer Seite der Münze ist und das
Böse auf der anderen, kommen beide auf
der Kante ins Gleichgewicht.“